MXoN – Jeffrey Herlings: Größter Sieg!

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Es ist schwer zu sagen, ob das MotoCross of Nations 2019 für Jeffrey Herlings nun ein Erfolg war – oder nicht. Die Niederlande hat die Chamberlain-Trophy erstmals als Nation gewonnen, das war das Ziel – aber Herlings selbst gewann kein Rennen, wie man es vielleicht von ihm erwartet hatte. Im exklusiven MX Vice Interviewspricht der Niederländer über das verregnete Wochenende von Assen.

MX Vice: Großes Wochenende für Dich! Das war prinzipiell deine ganze Saison an einem Wochenende! Ihr habt gewonnen, das war das Hauptziel, aber du hast selbst keinen Lauf gewonnen. Ist das jetzt überhaupt noch wichtig, nach dem Gesamtsieg?

Jeffrey Herlings: Klar wollte ich beide Läufe gewinnen, das ist ja kein Geheimniss. Bei dem Wetter aber – es hat so stark geregnet, da wurde die Strecke jedes Mal geebnet und deine Brille war auf der ersten Runde jedes Mal schon zu. Ich hatte da zwar keine Probleme, bei mir hat die Brille 100-prozentig funktioniert, aber wenn du nicht vorn bis, ist das schwierig. Deswegen haben wir die Läufe nicht gewonnen, aber es ist ein Team-Rennen und als Team haben wir gewonnen – was wollen wir denn mehr?

Du bist das erste Mal seit einem Jahr wieder im Sand gefahren. Na gut, letzte Woche das Strand-Rennen, aber hier, mit dem Regen…

Ja, letzte Woche waren wir in der Sahara. Jetzt waren wir im Regen unterwegs, im Schlamm, mit vielen Linien und einer flachen Strecke. Der Regen hat meinen Plan beide Läufe zu gewinnen zunichte gemacht. Schade, aber das ist Racing…

Diese Woche haben wir noch ein paar Tests und dann habe ich noch eine Operation, damit das Metall aus meinem Schlüsselbein, Fuß und Fußgelenk raus kommt. Dann bin ich wieder ohne Zusatzstoffe und brauche zwei Monate, bis alles ausgeheilt ist. Ich kann zwar alles machen, aber die Knochen brauchen Kraft. Im Dezember fangen wir mit 2020 an.

Du bist die letzten Wochen hauptsächlich gefahren, damit du hier kein Armpump bekommst. Wie ist das gelaufen? Alles gut?

Ich hatte keines. Das war überhaupt kein Problem. Ich habe auf den ersten Runden einfach geschlafen, sowohl im ersten, wie auch im zweiten Rennen. Im zweiten Rennen bin ich sogar drei Mal gestürzt. Ich glaube, ich sollte mit den Plätzen zwei und vier zufrieden sein. Das war richtig gut.

Im ersten Lauf bist du auf einen Schlag sechs Sekunden schneller als alle anderen gefahren, so ab Runde 10. War dir dann einfach langweilig und du hast dir gedacht: Ach, Fuck it?!

Nein. Am Anfang hing ich fest und die Strecke war flach. Ich fand keinen Weg an den anderen vorbei, weil alles so eben war. Es gab nur eine schnelle Linie. Ich musste allen einfach hinterher fahren und konnte nicht viel ausrichten. Als es ausgefurchter war, konnte ich überholen. Auch im letzten Rennen… Prado, den hab ich drei Mal überholt…

Irgendwie warst du immer wieder hinter ihm…

Ja, vorbei, gestürzt, wieder überholt, wieder gestürzt und wieder vorbei. Das Motorrad von Red Bull KTM Factory Racing war unglaublich. Ich muss nur besser starten.

Durch den Schlamm war alles unnormal. Die Konstanz hat gesiegt. Nächstes Jahr muss ich unbedingt fit sein. Das ist das Wichtigste. Dieses Jahr hatten wir keinen Kuchen, aber die Kirsche auf der Sahne. Der Sieg hier war einfach gut.

Was war bei deinen Starts?

Die habe ich beide Male verkackt, aber so richtig. Das lag nicht am Motorrad, denn in Schweden hatte ich die Holeshots, Türkei war gut, China nicht schlecht. Das lag heute an mir. Ich weiß aber nicht, warum. Bei dem Wetter war das aber wie auf Eis. Vielleicht hatte ich zu viel Drehzahl und das Rad ist durchgedreht oder was auch immer. Ich weiß es nicht. Heute war nicht normal.

Im Team Niederlande wart ihr alle drei stark hier im Sand. Schon Samstags wart ihr ein Level über allen anderen. Ist euch heute noch mal der Regen entgegen gekommen oder hat der es schwieriger gemacht?

Im Trockenen wären wir besser gewesen, daran haben wir die letzten Wochen gearbeitet. Alle Strecken waren wie eine Wüste und trocken. Wir sind sehr, sehr lange nicht im Regen gefahren. Diese Woche dann nur Regen, Regen, Regen, Regen. Wenn man sich unseren Punkte-Vorsprung anschaut: Ja, dann waren wir unglaublich. Erster, Erster, Zweiter, Vierter und Zehnter – top. Belgien hatte glaube ich 30 Punkte.

Wir hatten um die 30 Punkte Vorsprung – alles super, würde ich sagen.

War der Sieg beim Nations jetzt so besonders, wie du das erwartet hattest?

Ja! Absolut Geil! Ich habe AMA-Rennen und 84 GPs gewonnen. Ich war vier Mal Weltmeister in MX2 und MGP. Ich habe quasi fast alles gewonnen, was ich gewinnen kann. Ich habe in MXGP und Open sogar schon Einzelrennen beim Nations gewonnen – aber noch nie das Nations insgesamt. Das zu gewinnen – und dann auch noch vor Heimpublikum – ist absolut unglaublich, mega!

Der König war da – hat er dich gemocht oder nicht?

Ich glaube er hat mich gemocht…

Hast du ihm in die Augen schauen dürfen oder gab es irgendwelche Regeln?

Ich habe drüber nachgedacht ihn zu fragen, ob ich weniger Steuer bezahlen darf, habe mich aber nicht getraut, da haben mir die Eier gefehlt. Spaß! Er liebt Sport und es ist sehr schön, einen solchen König zu haben. Das kommt nicht jeden Tag vor, dass du deinem König die Hand schütteln darfst und er vor dir steht. Ich freue mich, dass er da war, das ist ziemlich cool.

  1. Jetzt gilt’s…

2020 gilt’s, Alter. 2018 war on. 2019 war komplett raus. 2020 sind wir wieder on – hoffentlich…

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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MX Vice Editor || 25