Jorge Prado: Weiß jetzt, wo ich besser werden muss

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Beim MotoCross of Nations hat sich 2019 nahezu alles um Jorge Prado gedreht, denn der Spanier fuhr erstmals wettbewerbsmäßig mit einer 450er. Und der MX2-Weltmeister ließ sich nicht lumpen und forderte die Stars der MXGP-Klasse kräftig heraus. Ein wenig eingebremst wurde das Spektakel durch den anhaltenden Starkregen. Und dennoch: Die Konkurrenz fängt an zu zittern, wenn man sieht, wie schnell sich Prado auf das große Bike eingeschossen hat. Im exklusiven MX Vice  Interview hat er uns aus seiner Sicht erzählt, wie es gelaufen ist.

MX Vice: Großes Rennen für Dich, großes Rennen für Spanien und vor allem Dein erstes Rennen auf einer 450er. Gut gelaufen, oder? Sogar ein wenig mit Herlings gefightet…

Jorge Prado: Das Wochenende war ganz okay. Wir können viel Positives mitnehmen und haben auch gesehen, wo wir uns für nächstes Jahr steigern müssen. Das ist genial. Ich bin vor diesem Rennen gar nicht so viel mit der 450 gefahren, und Starts habe ich erst recht kaum geübt. Beide Starts am Samstag waren okay. Im zweiten Lauf habe ich es etwas verhauen, ich war absolut Letzter. Mein Speed war gut, ganz okay, das kann aber noch besser werden. Körperlich war es in Ordnung.

Jetzt kommt der Winter und dann können wir daran arbeiten und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr dann schon stark bin. Es war gut, hier so dabei zu sein. Im ersten Lauf war ich Dritter und hatte das halbe Rennen über geführt. Danach hatte ich Sichtprobleme mit der Grille. Das war im zweiten Lauf schon besser. Durch das Problem mit der Brille war ich auf sechs oder sieben zurückgefallen, wurde dann aber noch Dritter – in der letzten Kurve habe ich noch ein paar Fahrer überholt.

Meine Fehler waren etwas Schade – das waren dumme Rookie-Fehler. Trotzdem war ich für das zweite Rennen optimistisch, habe aber den Start verwachst. Ich wollte kämpfen, musste das aber mit echt vielen Fahrern machen. Das Wetter war echt schlimm, das war schwer. Ich bin aber nicht sauer, ich denke, dass ich ganz zufrieden sein kann, wenngleich nicht hundertprozentig, weil wir viel gelernt haben, wo ich mich verbessern kann. Und das ist ja aber auch gut!

Hat dich die 450er dieses Wochenende mal überrascht oder geschockt?

Nein, eigentlich gar nicht. Ich habe selbst eigentlich erwartet, etwas langsamer zu sein, denn die anderen sind unglaublich schnell und du musst beim Start schon dabei sein. Da bin ich normal stark, das sollte mir nächstes Jahr entgegen kommen. Trotzdem muss ich da auch noch besser werden.

Hat dir das Rennen auf der 450er im Schlamm mehr Spaß gemacht, weil du mehr Power hast? Das macht ja alles etwas einfacher – auf der anderen Seite brauchst du mehr Kraft…

Ich habe in den letzten zwei Jahren nicht so viel im Sand trainiert, weil ich nach Italien gezogen bin. Wir sind nur auf hartem Geläuf gefahren, weil das mein Schwachpunkt war. Vor diesem Rennen war ich nur vier Tage im Sand und das ist nicht viel. Trotzdem waren die gut. Bei den Bedingungen hier war aber alles anders und trotzdem schwierig – dafür war es alles echt in Ordnung. Sicher geht es besser, aber ich war auch nicht allzu müde. Die Strecke war trotzdem hart zu fahren.

Im zweiten Lauf hast du mit Herlings gekämpft. War das eine gewisse Normalität oder ganz anders?

Ich war einige Runden immer wieder vor ihm, weil er gestürzt ist. Er war hinter mir und ich wollte meine Position halten. Dann kam er trotzdem immer wieder vorbei und ich wollte versuchen, dran zu bleiben, was mir mehr oder minder gelungen ist. Aber auf den letzten Runden lässt er den Hammer fallen und ist weg. Das ist gut zu wissen.

Da weiß ich, woran ich arbeiten muss, aber das war mir schon vorher klar. Bei Herling habe ich mir ein wenig abschauen können. Ich musste mich aber trotzdem mehr auf mich als auf andere konzentrieren. Jeffrey ist der schnellste hier und es war gut, ihn von hinten, vorn und der Seite zu studieren.

Wie alle Werks-Piloten wird es jetzt bei dir schon mit den Tests losgehen. Du hast aber schon ein paar Tests und das Rennen hier hinter dir. Woran musst du besonders arbeiten? Motor, Leistung, Fahrwerk? Irgendwas in der Richtung?

Ich denke an allem etwas. Erstmal werde ich aber Urlaub machen. Das war eine lange Saison und der letzte ist eine Weile her. Ich gehe nach Spanien und werde relaxen und die Batterien aufladen und dann geht es an die Tests und wir werden hart trainieren, härter denn je zuvor. Nächstes Jahr wird hart, ich will da einfach bereit sein, so gut ich kann.

Gleiches Programm wie jedes Jahr im Winter und die meiste Zeit in Italien? Oder andere Pläne?

Ich weiß es wirklich noch nicht. Wir werden das mit dem Team besprechen, das Programm zusammenstellen und das dann durchziehen. Wir wissen ja schon, wo wir uns verbessern müssen, das ist gut, um das Programm zusammen zu stellen.

Die 450er im nächsten Jahr sind ein neues Kapitel für dich. Bist du gespannt und aufgeregt?

Absolut! Ich bin gespannt auf die neue Challenge und endlich wieder mit der Nummer 61. Ich bin echt gespannt, was kommendes Jahr bringt. Ich brauche diesen Wechsel, um besser zu werden, das wird eine große Herausforderung und ich hoffe, dass ich die gut meistern werde. Wir werden sehen, wie es kommt. Es sind in der großen Klasse so viele Weltmeister unterwegs – und so viele Leute mit richtig viel Erfahrung. Sehr schnelle Jungs. Ich habe aber ein großartiges Team und gute Leute um mich, darum habe ich alles, was ich brauche, um wieder an die Spitze zu kommen.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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MX Vice Editor || 25